Zwei Germanen in Gallien

Im Februar starteten, mein Angelkollege Sascha und ich, unseren einwöchigen Trip an einen See in Frankreich. Wir starteten früh am Sonntag morgen, und  nach zwei kurzen Zwischenstops, um unser Auto und uns mit frischem Brennstoff zu betanken, erreichten wir das Zielgewässer. Wir bezogen rasch unseren Platz und bauten die Bivys, Liegen und Pods auf.

Der See, den wir befischten, hatte eine Tiefe von ca. 6 Meter. Der Seegrund ist zum Großteil mit Fadenalgen und Schlamm bedeckt, harte und kiessige Stellen sind Mangelware und müssen gefunden werden. 

Mit Echolot und Lotrute bewaffnet machten wir unser Boot bereit und erkundeten das Gewässer. Wir entschieden uns für ein Plateau in ca. 3 Meter tiefe. Der Untergrund war hart und mit Kies bedeckt und eignete sich, durch seine Größe und Standort perfekt für uns. Unsere Taktik bestand daraus, einen großen Hauptfutterplatz mit zwei verschiedenen Sorten Boilies anzulegen und zu befischten.


Ich griff auf die Wunderwaffe Secret Banana der Budget Range zurück, welche mir in meinen Hausgewässern einige schöne Karpfen beschert hat.

Neben dem großem Futterplatz entschieden wir uns noch 2 einzelne Plätze direkt am Ufer als Fallen mit wenig Futter zu stellen. 

Ich fischte auf meinem zweiten Platz die neuen Freaky Garlic Boilies, die ich zwei Tage vorher in den dafür passenden Bait Steam eingelegt hatte, die Poppies in den dafür passenden Bait Smoke.

Nachdem unsere, mit Köder aufmunitionierten, Ruten ausgebracht waren, hauten wir uns erst mal was in die Pfanne. Gestärkt und voller Vorfreude gingen wir in unsere Bivys und legten uns Schlafen.

Der erste Fisch begrüßte mich am nächsten Morgen um halb fünf. Es war ein schöner Karpfen mit 16 Pfund. Wir dachten uns: „JAWOLL das Eis ist gebrochen“!!!

Nach dem Fototermin setzten wir uns erst mal hin und genossen einen Morgenkaffee, nebenbei diskutierten wir verschiedenen Taktiken mit Rigs durch.

Ich beschloss für mich alle 4-5 Stunden meinen Futterplatz unter Futter zu setzen um durchziehende Fische am Futterplatz zu halten.  Und es machte sich bezahlt, ich konnte noch 2 weitere Fische überlisten. 


Ein guter Start, zwar kleinere Karpfen aber sie waren mir willkommen!

In der zweiten Nacht ca. um 11 Uhr lief dann Saschas Rute ab, es war der größte Fisch unserer Tour, ein makelloser Spiegler mit 50+Pfund. Wir konnten es nicht glauben was für mächtige Brummer in dem Gewässer herumschwimmen. Da meine Rute den gesamten Tag kein Ton von sich gegeben hatte, beschloss ich sie zu kontrollieren. Ich sah, das am kompletten Vorfach Fadenalgen waren und ich beschloss einen neuen Platz nah am Ufer zu suchen. Ich fand eine freie Stelle, von Algen und Tang umgeben, mit hartem Untergrund und einem Durchmesser von 2,5 Meter, welche ich unter Futter setzte. 

 Ich platzierte meine Rute an einem semistiff Rig mit einem Garlic-Dumbell-Pop Up. Die Rute lag keine 2 Stunden und schon lief sie ab. Der Platzwechsel hat sich gelohnt. Nach einem kurzen Drill zeigte sich ein 12 Pfund schwerer Karpfen. Noch bevor ich den Fisch fotografierte legte ich das Rig wieder an die Stelle aus. Dies zahlte sich aus, wir waren noch mit dem ersten Karpfen beschäftigt, als mein Bissanzeiger wieder zu heulen begann. Nach längerem Drill konnte Sascha endlich den Kescher unter den Fisch bringen und ihn verhaften. Ein schöner Karpfen mit 36 Pfund.


Auf unserem Hauptfutterplatz bestückte ich nun meine Ruten auch mit neuen Ködern. Auf die Erste befestigte ich 2 Boilies mit 20 mm, die Zweite mit einem Pop Up. Den restlich Tag ließen uns die Karpfen chillen. Das einzig Aufregende war ein Stör, der mein Angelkollege Sascha fangen konnte.

In der dritten Nacht wurden wir wieder, morgens um halb 5, von Saschas Carpsounder geweckt. Dieses mal war es ein uriger 40+ Spiegler den Sascha nach einem schönen Drill auf unsere Abhakmatte legen konnte.

Nach einer erfrischenden Dusche, im nahe gelegenen Campingplatz, lief plötzlich gegen 4 Uhr meine Poppie Rute ab. Nachdem ich die Rute in der Hand hatte, merkte ich schon bei der ersten Flucht, dass es kein Karpfen sein kann, der am anderen Ende heftig zog. Meine Bremse schrie auf! Plötzlich schoss ein Pechschwarzer Stör aus dem Wasser und ich sagte zu Sascha nur „Alter! Hast das Gesehen?``Nach einem 20 minütigem Drill konnte ich ihn vor der Kamera Präsentieren.


 Ich dachte mir ist schon komisch ein Stör auf einen Bananen Poppi. Eine Stunde später lief Saschas Rute wieder, sein zweiter Stör .Die vierte Nacht brach an und wir begaben uns in unsere Bivys.

Die Nacht Verlief ruhig bis in den frühen Morgen. Um 8 Uhr Schrie mein Nighthawk auf, Ich nahm die Rute und merkte das is was Großes. Sofort sagte ich zu Sascha " Ab ins Boot!"

Nach 20 Minuten voller Adrenalin war mein Gegner am Kapitulieren war endlich im Kescher. Ein Blick auf den Karpfen und ich wußte der kann die 40 Pfund knacken. Am Ufer wogen wir ihn und ich konnte es nicht glauben, mein neuer PB!! Ein 40Pfund schwerer, uriger Fisch mit Charakter. Ich war Mega Happy und beim Fototermin hatte ich sogar Probleme den Fisch richtig zu halten. 

Meine Rute wieder neu bestückt sagte ich zu Sascha 


"Jetzt ist mir alles egal, ich hab das was ich will!"

Noch schnell alle Spots nachgefüttert und wir setzten uns wieder und philosophierten über Gott und die Welt als plötzlich Saschas Rute am Rand ablief. Nach kurzem Drill verlor er den Fisch leider. Aber er ließ sich nicht unterkriegen und bestückte das Rig neu und legte es mit Hilfe des Futterbootes ab. Keine zwei Minuten Später lief sie wieder ab.  Wieder ein Stör. Wir sahen ihn Kurz springen, aber der Haken saß wahrscheinlich nicht Richtig und er verlor den Stör leider wieder.

In der Fünften Nacht konnten wie ,,leider´´ Ruhig schlafen.

Gegen Mittag des fünften Tages konnten Sascha mehrere Karpfen bis 36 Pfund überlisten,.

Das einzige Highlight bei mir war nur eine Schleie, die meinen Dumbell nicht widerstehen konnte.

Die letzten Nächte!

Die Sechste Nacht war wieder ruhig.

Da die Beissrate abgenommen hatte, beschlossen wir unsere Plätze nochmal massiv unter Futter zu setzten. Da es am Beginn des Urlaubs unser Erfolgsrezept war, wurden Boilies und Pellets auf unseren Plätzen ausgebracht. Aber bis auf einen Stör, der wohl auch von unseren Boilies nicht die Finger lassen konnte, gingen wir leider leer aus.

In der Siebten und letzten Nacht wurden wir um 2 Uhr nachts wieder von Saschas Rute geweckt.

Diesmal war es ein 33 Pfund schwerer Schuppi, ein schöner Abschluss des Urlaubs. Wir legten uns nochmal bis um 8 Uhr morgens in die Koje, fingen gemütlich an zusammen zu Packen, und die Autos zu beladen. Beim einziehen der Rute schoss mir noch ein Schwarzbarsch auf den Haken.

Nachdem alles in den Autos verstaut war traten wir unsere Rückreise an.


Fazit

 

Neben einigen Beifängen, wie großen Brassen und einer schönen Schleie, war es für mich ein gelungener Angelurlaub. Ich konnte meinen PB verbessern, mit meinem Kollegen Sascha über Gott und die Welt sprechen und einen chilligen Angelurlaub erleben.

Ich sage mir immer wieder, es gibt kein geilers Hobby als Angeln!

Text: A. Jörger

Redaktionelle Überarbeitung D. Pintaric