Etang de la goutte Poinsotte 2017

Nachdem wir uns mit Hilfe von Kaffee, um halb fünf morgens, aus dem Land der Träume unter die Lebenden begeben haben, hat sich unser kleiner Konvoi auf den Weg zum Etang de la goutte Poinsotte aufgemacht um dort 4 Angeltage an diesem wunderschönen Gewässer zu verbringen.

Da die ersten warmen Tage schon hinter uns lagen, habe wir uns gute Chancen ausgemacht auch ein paar schöne Karpfen zu fangen. Nach dem winterlichen Angelentzug waren wir hochmotiviert und die 5 Stunden Autofahrt erinnerte mich sehr stark an meine Kindheit, ein Déjà-vu. Jede 5 Minuten wurde hörte ich eine Stimme in meinem Kopf die mich Fragte: "Wie lange dauert es noch?"- "Wann sind wir endlich da?" Irgendwie konnte ich jetzt die leicht angesäuerte Stimmung meiner Eltern nach der hundertsten Wiederholung der Frage verstehen. Doch selbst der Stau an der letzten Mautstelle konnte uns nicht daran hindern nach 5 Stunden Fahrt endlich am Etang de la goutte Poinsotte anzukommen.

 

Der See


Der See, mit einer Größe von 6,5 Hektar, liegt mitten in einem Wald in der Gemeinde St. Sauveur. Das gesamte Gelände ist eingezäunt, damit ist gewährleistet, dass man in der Nacht nicht unangenehmen Besuch bekommt und einem die Angelausrüstung von Dieben gestohlen wird. Um den See verteilt findet man insgesamt 5 Holzhütten die als Schlafgelegenheit genützt werden könne und die ausreichend Platz für 2 Angler mit ihrem gesamten Tackle und Gepäck bieten. Alle Plätze sind mit dem Auto zu erreichen, somit entfällt das lästigen Schleppen von Ausrüstung und Gepäck. Als weiteres gibt es ein Wirtschaftsgebäude mit Toiletten und Duschen.


Leider gibt es keinen Strom auf dem gesamten Gelände, aber mit ausreichende Power-Banks im Gepäck sollte ist dies ein vernachlässig barer Makel. Die Plätze müssen vorab reserviert werden. Bezahlt wird bei Ankunft. Boote und Futterboote müssen zu Hause bleiben, barbless ist Pflicht und wird auch kontrolliert.

Die Ankunft

Nach einer kleinen Einweisung durch die deutschsprachigen Pächter haben wir die unsere Hütten bezogen und fingen an das Gewässer mittels Spodrute zu erkunden. Wir stellten schnell fest, dass die Wassertiefe, in unserem Gewässerabschnitt, zwischen 1,5 und 2,5 Meter lag. Die Bodenbeschaffenheit war durchgehend leicht schlammig. Die Informationen der Pächter über die Hot Spots am Gewässer waren sehr hilfreich und so fingen wir an unsere Ruten herzurichten, unsere Plätze mit Futter zu bestücken und waren bereit für die ersten Fische. Aber die erste Nacht war sehr erholsam für uns. Kein einziger Karpfen wollte sich von uns überlisten lassen. Nachdem wir auch noch erfahren hatten, dass ein anderer Angler am gegenüberliegenden Ufer des Sees, in der Nacht einen Karpfen überlisten konnte, war die Stimmung ein wenig angekratzt. Aber nach einem reichhaltigen Frühstück sammelten wir uns neu, bestückten unsere Fallen mit frischen Kugeln und verteilten mittels Spomb und Boilierohr einen leckeren Futterteppich um unsere Spots.

 

Das Glück dreht sich

Doch was dann passierte überstieg unsere kühnsten Träume. Am Nachmittag des 2. Tages begann es mit dem ersten Karpfen mit knapp 5 Kilo. Nach der ersten Nacht hatten Riccardo und Stefan 11 Karpfen überzeugt auf unserer Abhakmatte zum Fototermin zu erscheinen, davon 3 Karpfen über 15 Kilo und mehrere über 10 Kilo. Stefan könnte sogar seinen Personal Best auf 17 Kilo erhöhen. Ihre Ausscheidungen auf unserer Abhakmatte waren ganz klar von unserem Futter und so wussten wir, dass wir auf dem richtigen Weg waren.


Nun hieß es die Karpfen bei Laune zu halten, beziehungsweise ihnen genug Futter anzubieten, dass sie unsere Plätze nach den leckeren Beulies und Partikeln durchpflügen und wir uns den größtmöglichen Ertrag sichern können. Wir konnten die Karpfen im See orten und stellten fest, dass sie bestimmte Routen bevorzugten. Mit diesen Informationen wurden unsere Spods nochmal ein wenig verlegt, so dass sie mit den Autobahnen der Karpfen übereinstimmten. Für mich bedeutete das mir einen Spod in 100 Metern Entfernung anzulegen. Diese Entscheidung kostete mich zwar zwei Futterraketen und Schnur durch Abrisse, drehte auch bei mir das Blatt.

Unsere Anpassungen und Mühen zahlten sich aus! 

Nachdem die dritte  Nacht vorüber war, sah man uns die Strapazen des nächtlichen Treibens an. Nachdem alle gefangenen Fische versorgt, fotografiert und zurückgesetzt waren, gönnten wir uns ein reichhaltiges Frühstück mit starkem Kaffee und zählten die Fänge der letzten Nacht. Nochmals 14 Karpfen bis zu einem Gewicht von 17 Kilo konnten unserem Köder nicht widerstehen, sogar ich konnte 3 Karpfen überlisten. Den produktivsten Platz hatte Riccardo. Seine Delkims spielten fast Stündlich die kleine Nachtmusik der großen Fische und bescherte uns die 2. Nacht mit mäßigem Schlaf.


Aber deswegen waren wir ja hier her gekommen.

Der Nachmittag wurde dazu genützt um ein wenig Schlaf nachzuholen und sich für die letzte Nacht zu wappnen. So passierte auch, dass niemand von uns Erwachsenen registrierte dass Valentin, Riccardos elfjähriger Sohn, seinen ersten Karpfen drillte.

Riccardo war gerade auf der Toilette, Stefan und ich reagierten nicht sofort auf den schreienden Bissanzeiger. Nur Valentin rannte zu den Ruten und nahm sie beherzt in die Hand, schaltete gekonnt den Freilauf aus und begann den Kampf mit seinem schuppigen Kontrahenten. Routiniert drillte er, unter Papas Anleitung, den Karpfen und wir konnten den nächsten Fototermin vorbereiten. Er brachte immerhin 5 Kilo auf die Waage. Der letzte Abend und die Nacht brachte nochmal eine Steigerung in unserer Fangstatistik.


 Weiter 17 Karpfen konnten wir fangen, insgesamt 42 Karpfen in 72 Stunden, einfach traumhaft. Riccardo konnte sogar noch seinen Personal Best mit einem 19 Kilo Schuppenkarpfen steigern.


Ein gelungener Abschluss einens perfekten Angelurlaubes.

 

Leider konnten  wir auch die negativen Seiten des großen Angeldruckes an den Paylakes sehen. Mehrere Fische hatten wirklich sehr deformierte Mäuler, bei einem fehlte sogar der halbe Kiemendeckel. Diese Fische wollten wir euch nicht zeigen. Aber nichts desto trotz muss ich sagen, dass die meisten Fische, die wir gefangen haben, wirklich gesund und fotowürdig waren.

Mein Fazit:

Wer die Annehmlichkeiten von WC, Dusche, Hütten zur Unterbringung und die Sicherheit eines gesicherten Areals haben möchte, ist am Etang de la goutte Poinsotte mit Sicherheit gut aufgehoben. Das Gelände ist sauber und gut in Schuss. Man bemerkt, dass die Pächter mit Herz und Seele an ihrem Gewässer hängen. Die Pächter sind supernett, Kinder sind sehr wilkommen und man hat die Chance wunderschöne Fische bis 35 Kilo zu fangen. Was kann man sich mehr Wünschen. Unser nächster Besuch ist schon in Planung.